Beim 3. Frankfurter Frühlingsbanger letzte Woche wurde wieder einmal eindrucksvoll bewiesen: Wenn Go-Spieler zusammenkommen, wird nicht nur gedacht, sondern auch geschlemmt, gelacht und gelegentlich sogar gewonnen.
Schon beim Blick auf die Teilnehmerliste rieben wir uns ungläubig die Augen: Es sollen wohl 107 Teilnehmer gewesen sein. Einhundertsieben! Für ein Go-Turnier! Wir waren entsprechend irgendwo zwischen „leicht erfreut“ und „völlig aus dem Häuschen“. Und als wäre das nicht genug, war das Turnier nicht nur gut besucht, sondern auch noch ausgesprochen stark besetzt – man musste schon aufpassen, dass man nicht aus Versehen gegen einen 6 Dan stolpert.
Natürlich bleibt festzuhalten: Der Frühlingsbanger ist – ganz objektiv betrachtet – das zweitbeste Turnier in Deutschland. Direkt nach dem legendären TipTap im Herbst. (Diese Aussage ist selbstverständlich vollkommen neutral, wissenschaftlich belegt und in keinster Weise als Scherz zu verstehen.)
Spielerisch wurde einiges geboten, und auch die Räumlichkeiten konnten sich sehen lassen: Wir hatten gleich zwei Spielräume. Einen großen, lichtdurchfluteten Saal mit Empore, auf der ebenfalls gespielt wurde – quasi Go auf mehreren Ebenen – sowie einen weiteren Raum.
Mindestens genauso wichtig wie die Spielräume war jedoch unser Aufenthaltsraum, der eher an ein gut laufendes Restaurant erinnerte. Dort gab es Erbsensuppe, Worscht, Nudelsalat, Pizzabrötchen und eine beeindruckende Auswahl an Kuchen. Manche munkeln, dass einige Partien nur deshalb so lange dauerten, weil die Spieler strategisch günstig zwischen Buffet und Brett pendeln mussten.
Auch optisch hatte das Turnier einiges zu bieten: Überall standen Osterglocken, passend zu unserem neuen Turnierplakat, das von Sho Ishinoshita aus Japan für uns gestaltet wurde. Frühlingsstimmung also nicht nur auf dem Kalender, sondern auch auf den Tischen.
Technisch gingen wir ebenfalls neue Wege: Eine neue Software wurde getestet, die die Optik der Auslosungen deutlich aufwertet und gleichzeitig eine direkte Verbindung zu einer Website bietet, auf der Paarungen und Wallist jederzeit einsehbar sind. Kurz gesagt: moderner, schicker, weniger „Wo hängt nochmal der Zettel?“.
Am Ende konnten sich die Besten durchsetzen:
🥇 Tianyi Fu 6d
🥈 Jonas Welticke 6d
🥉 Akira Fukushima-Maekawa 4d
Herzlichen Glückwunsch zu diesen starken Leistungen!
Insgesamt zeigt sich: Der Frühlingsbanger und das TipTap haben sich inzwischen zu zwei der größten Turniere in Europa gemausert – und wir arbeiten natürlich mit Hochdruck daran, dass sie bald nicht nur zu den größten, sondern auch zu den allergrößten, besten, schönsten und vermutlich auch welthistorisch bedeutendsten Turnieren aller Zeiten werden. Ganz bescheiden, wie man uns kennt.
Ein riesiges Dankeschön geht an alle Helfer – ohne euch würde ein solches Turnier schlicht nicht funktionieren. Wirklich nicht. Kein bisschen.
Wir hoffen, dass es allen genauso viel Spaß gemacht hat wie uns und freuen uns schon jetzt darauf, euch alle wiederzusehen: beim 10. TipTap Ende September und natürlich beim 4. Frühlingsbanger im nächsten Frühjahr.
Bis dahin: Gute Züge, starke Nerven – und immer genug Kuchen in Reichweite!