-
- Es gibt zwei Arten von Zügen: solche auf dem Brett oder solche, bei denen gepaßt wird.
Es gibt keine Einschränkungen für Züge, mit Ausnahme der Nicht-Veränderung (der
Brettposition, der Übersetzer).2
- Wei-ch'i:
Wei-ch'i ist ein Wettbewerb um Punkte. Die eroberten Punkte werden
Gebietspunkte genannt, seien es Steine oder leere Plätze. Der Gewinner ist, wer mehr
Gebietspunkte hat.
- Partie:
Ein einzelner Wettbewerb wird Wei-ch'i-Partie genannt. Die Partie
beginnt mit einem leeren Brett. Schwarz und Weiß spielen abwechselnd einen Zug, wobei
Schwarz zuerst und Weiß danach zieht. Wenn das Ergebnis nach dem Ende der Partie durch
Ausfüllen ausgezählt wird, so wird gesagt, daß der Gewinner durch Zählen gewonnen hat.
Wenn das Ergebnis nicht gezählt wird, so wird gesagt, daß der Gewinner ohne Zählung
gewonnen hat.
- Zug:
Züge, auch Sätze genannt, werden eingeteilt in Züge auf dem Brett und
in ausgesetzte (gepaßte) Züge. Ein Zug muß etwas verändern. Züge, die nichts
verändern, sind verboten, denn wenn solche Züge fortgeführt würden, müßte die Partie
annulliert werden. Ein Zug auf dem Brett verändert die Position auf dem Brett und erhöht
die Anzahl der gespielten Züge; ein ausgesetzter Zug erhöht nur die Anzahl der
gespielten Züge. Eine Partie beginnt mit einem Zug auf dem Brett und endet mit
ausgesetzten Zügen.
- Zug auf dem Brett:
In diesen Regeln gibt es keine Einschränkung für den Zug,
außer daß eine Veränderung der Position herbeigeführt werden muß. Daher kann ein Zug
auf dem Brett auf jedem Punkt ausgeführt werden, der die Position verändert, der also
nicht eine Wiederholung derselben Stellung oder zyklische Wiederholung darstellt.
Selbstmord eines einzelnen Steins, unverzügliche Entfernung von "hot stones"
und zyklische Wiederholung sind verboten, weil sie die Stellung unverändert lassen. Der
Selbstmord einer Gruppe von Steinen verursacht eine Änderung der Stellung und ist deshalb
nicht verboten.
- Ausgesetzter Zug (Passen):
Ein Spieler paßt, wenn er aufgibt. In diesem Fall
endet die Partie auf natürliche Weise. Wenn ein Spieler paßt, aber nicht aufgibt, so
geht das Spiel weiter. Nachdem die neutralen Punkte aufgefüllt wurden, passen beide
Spieler und das Spiel wird angehalten. Nachdem die Gefangenen entfernt wurden, passen
beide Spieler erneut, und das Spiel endet.
-
- Steine ohne Freiheit werden entfernt. Leben und Tod werden durch Entfernen von Steinen
entschieden.
- Ohne Freiheiten:
Leere Punkte unmittelbar neben Steinen in einer
Leben-und-Tod-Stellung werden Freiheiten genannt. Die vorliegenden Regeln klassifizieren
Freiheiten entsprechend Leben und Tod: permanente Freiheiten für bedingungsloses Leben,
ausgeglichene Freiheiten bei Seki, unechte Freiheiten bei Nicht-Leben, Kampf-Freiheiten
bei Leben in Ko und austauschbare Freiheiten für Störungen, die Leben und Tod nicht
verändern. Steine, die alle ihre unechten Freiheiten verloren haben, werden als
"ohne Freiheiten" bezeichnet.
- Entfernen:
Steine ohne Freiheiten werden von dem Spieler vom Brett entfernt,
der ihre letzte Freiheit genommen hat, ganz gleich, ob die Steine ihm selbst oder dem
Gegner gehören. Dies wird Entfernen genannt. Wenn Steine beider Seiten gleichzeitig keine
Freiheiten mehr haben, so entfernt der Spieler die Steine des Gegners. Die Entfernung von
Steinen, die die Brettstellung unverändert lassen würde, ist nur eingeschränkt
möglich. Um zu verhindern, daß sich die Brettstellung wiederholt, werden sie als Ko
ausgespielt, unterteilt in Kampf-Ko und Störungs-Ko.
- Leben und Tod:
Steine leben oder sterben, je nachdem, ob sie entfernt werden
können. Steine, die entfernt werden können, sind tot. Steine, die nicht entfernt werden
können, leben. Dies sind die einzigen Kriterien für Leben und Tod. Streitigkeiten wegen
des Wegnehmens von toten Steinen können nicht durch spezielle Regeln beigelegt werden.
-
- Ko verhindert, daß sich eine Brettstellung wiederholt. Ko wird unterteilt in Kampf-Ko
und Störungs-Ko.
- Ko-Steine:
Steine, die wiederholt oder zyklisch entfernt werden können, werden
Ko-Steine genannt. Es gibt drei Arten: einzelne Ko-Steine, Doppel-Ko-Steine und
Tripel-Ko-Steine.
- Ko-Position:
Eine Stellung, die Ko-Steine enthält, wird Ko-Position genannt.
Die vorliegenden Regeln unterscheiden Kampf- und Störungs-Ko-Positionen. Jede Ko-Position
muß zu einem Ergebnis kommen, die Partie darf nicht ohne Ergebnis enden.
- Kampf-Ko:
Wenn Leben und Tod nicht geklärt sind, wird das wiederholte Kämpfen
um Freiheiten Kampf-Ko genannt. Die Ko-Steine in dem wiederholten Kampf werden "hot
stones" genannt. "Hot stones" können erst nach einem Intervall eines Zuges
auf dem Brett oder eines ausgesetzten Zuges entfernt werden.
- "Hot stones":
Ein einzelner Ko-Stein, der einen Stein in einem
einfachen Ko entfernt hat, wird ein "hot stone". Wenn ein Stein zu einem anderen
hinzugefügt wird, um Doppel-Ko-Steine in einer Stellung des ewigen Lebens zu bilden, so
werden diese zu Doppel-"hot stones". In einem Tripel-Ko gibt es außer dem
einzelnen "hot stone" einen weiteren einzelnen oder doppelten
Ko-Stein; diese
werden ebenfalls als "hot stones" betrachtet und Zwillings-"hot stone"
genannt. Zwillings-"hot stones" werden also in einem Tripel-Ko verwendet, das
nach herkömmlichen Ko-Regeln nicht aufgelöst werden kann.
- Störungs-Ko:
Wenn Leben und Tod geklärt sind, so werden zyklische oder
austauschbare Freiheiten Störungs-Ko genannt. Der Spieler, der ein Störungs-Ko beginnt,
wird der Störer genannt. Indem er den Gegner angreift, oder indem er ein Doppel-Ko
verwendet, erzeugt der Störer ein Störungs-Ko ohne "hot stones". Nach einem
Zyklus darf der Störer niemals mit der Störung fortfahren.
-
- Steine und leere Punkte sind beides Gebiet. Alle Steine werden zum Zählen eingefügt.
- Kriterien:
Die Zählkriterien in diesen Regeln besagen, daß Steine und leere
Punkte Gebiet sind. Die Summe der Punkte in den Gebieten beider Seiten entspricht immer
der Gesamtzahl der Brettpunkte, und die Differenz der Punkte ergibt die Höhe des Gewinns.
- Vorgehensweise:
Bei der in diesen Regeln vorgegebenen Vorgehensweise beim
Zählen werden alle Steine eingefügt, ohne irgendeinen Stein in der Originalkonfiguration
zu bewegen. Dadurch wird der Punktestand auf einen Blick klar. Das Zählen mit der
Ausfüllmethode wird mit Hilfe von Dosen durchgeführt, die Ing's Meßeinrichtung
besitzen.
- Ausfüllen:
Nachdem beide Spieler ihre Steine eingefügt haben, sind alle
übriggebliebenen leeren Punkte Gewinnpunkte und alle übriggebliebenen Steine
Verluststeine. Leere Punkte, die an weiße und schwarze Steine in Koexistenz angrenzen,
werden geteilte Punkte genannt; jeder Spieler füllt die Hälfte davon aus. Wenn nur ein
geteilter leerer Punkt da ist, kann ihn keiner der Spieler ausfüllen.
- Positionierung:
Gewinnpunkte werden in einer Ecke angeordnet oder an einer
Seite, falls keine Ecke verfügbar ist. Verluststeine werden in die Gewinnpunkte des
Gegners eingefügt. Für Kompensationspunkte und Strafpunkte aufgrund von Zeitdifferenzen
wird ein Stein für jeweils zwei Punkte in eine getrennte Fläche neben der Gewinn- oder
geteilten Fläche eingefügt.
- Zählen:
Der Endstand der Partie ist der Differenzwert. Der Differenzwert
besteht aus einem Punkt pro Gewinnpunkt und zwei Punkten für jeden Verluststein,
Kompensationsstein oder Strafstein. Eine Partie ohne Differenz ist unentschieden, da beide
Seiten den gleichen Gebietsteil haben.
-
- Turniervereinbarung:
Eine Vereinbarung, ein Turnier durchzuführen, wird als
Turniervereinbarung oder Turniervertrag bezeichnet. Die Vereinbarung sollte festsetzen:
(1) den Namen des Turniers, (2) das Ziel des Turniers, (3) Qualifikationen für die
Teilnahme, (4) den letzten Zeitpunkt für die Meldung, (5) die Regeln, (6)
Vorgabebedingungen, (7) Zeitbegrenzungen für die Partien, (8) Strafen, (9)
vorgeschriebenes Verhalten und (10) Rechte und Pflichten. In einem formalen Turnier
müssen die Sponsoren, gemeinsam mit zusammenarbeitenden Organisationen oder
Einzelpersonen, die Turniervereinbarung im voraus festlegen, die Spieler müssen sich
daran halten und der Schiedsrichter muß sie durchsetzen.
Partievereinbarung: Turnierpartien sollten normalerweise unter
Standardbedingungen gespielt werden, mit zwei Spielern und einem Brett. Jedoch können
Turniere auch unter dem Paarsystem gespielt werden, bei dem zwei Spieler abwechselnd auf
jeder Seite spielen, oder unter dem Beratungssystem, bei dem sich zwei oder mehr Spieler
auf jeder Seite beraten. Turniere können auch unter Verwendung von
Telekommunikationsmitteln gespielt werden, wie zum Beispiel Faxgeräten oder Computern,
anstatt daß sich die Spieler am Brett gegenübersitzen.
Turniersystem: Das Turniersystem muß klar in der Turniervereinbarung
festgelegt sein. Das Turnier sollte einem System folgen, das für seine Zwecke, die Zahl
der Wettbewerber und die Dauer geeignet ist. Mögliche Systeme sind Einzel-Ausscheidung,
Mehrfach-Ausscheidung, jeder gegen jeden, Mannschafts-Ausscheidung, das
Ing-System, ein
Zehn-Partien-Match, usw. Die Anzahl der Partien und der Zeitplan sollten detailliert
beschlossen werden.
Plazierung: In einer Ausscheidung oder einem Rundenturnier werden die
Punktestände durch primäre und sekundäre Punkte ermittelt. Primäre Punkte sind gleich
der Anzahl der Gewinne: Ein Spieler erhält einen Punkt pro gewonnenem Spiel. Wenn Spieler
nach primären Punkten gleich stehen, so wird der Gleichstand durch die sekundären Punkte
entschieden. Es gibt vier Arten von sekundären Punkten: A1, A2, B1 und B2. A1 ist die
Summe der primären Punkte der besiegten Gegner ("SODOS", der Übersetzer).
A2 ist die Summe der primären Punkte der anderen Gegner. B1 ist die Summe der sekundären
Punkte der besiegten Gegner. B2 ist die Summe der sekundären Punkte der anderen Gegner.
Gleichstände in primären Punkten werden durch Vergleich mit A1 gebrochen, Gleichstände
in A1 werden durch Vergleich mit A2 gebrochen, usw.
- Vorgabe:
Unterschiede in den Spielstärken der Spieler werden durch drei
Methoden der Vorgabe ausgeglichen: Kompensationspunkte, Spielen mit den schwarzen Steinen
und Vorgabepartien. Das Vorgabesystem verwendet eine oder mehrere dieser Methoden, um die
Aussichten der Spieler, die Partie zu gewinnen, auszugleichen. Partien, die unter dem
Vorgabesystem gespielt werden, heißen mit Vorgabe. Andere Partien heißen ohne Vorgabe.
Graduierungen: Die SST-Grade sind Ping, Tuan und Chi. Professionelle Spieler
haben Ping-Grade, die von 1 (hoch) bis 9 (niedrig) laufen. Der Unterschied pro Ping ist
1/4 Zug oder 2 Punkte. Starke Amateure haben Tuan-Grade, die von 9 (hoch) bis 1 (niedrig)
laufen. Der Unterschied pro Tuan ist 1/2 Zug oder 4 Punkte. Spieler, die schwächer als 1
Tuan sind, werden in Chi eingestuft, das von 1 (hoch) bis 9 (niedrig) läuft. Spieler, die
schwächer als 9 Chi sind, werden nicht eingestuft. Jede Organisation kann, entsprechend
von ihnen festgelegten Methoden, ihre eigenen Spielergrade festlegen und kann solche
Graduierungen zum Gebrauch in Turnieren zulassen. Sie können auch den offiziellen Grad
eines Spielers entziehen, der ein Turnier behindert, indem er den Geist des Wettbewerbs
verletzt.
Kompensationspunkte: Kompensationspunkte werden heutzutage universell
verwendet, um Partien auszugleichen, in denen die Differenz in den Spielstärken ein
Bruchteil eines Zuges oder eine ganze Zahl von Zügen plus einem Bruchteil ist. Obwohl es
seit weniger als einem Jahrhundert existiert, hat dieses System das überholte System des
Ausgleichs über eine Serie von Partien ersetzt. Partiestatistiken zeigen, daß der
Anzugsvorteil von Schwarz 16 Gebietspunkte wert ist. In einer einzigen Gleichauf-Partie
(null Züge Vorgabe) ist es nicht möglich, jedem Spieler gleich oft Schwarz zu geben, so
daß Schwarz dem Weißen 8 Punkte Gebiet gibt, was der Hälfte des Anzugsvorteils
entspricht. Die Gewinnrate nähert sich dann 50 Prozent an. Dieses System wird
Acht-Punkte-Kompensation in Gleichauf-Partien genannt. Es ist eine praktikable Regelung,
bei einem Unentschieden den Sieg Schwarz zuzuerkennen.
Farbwahl: In einer Gleichauf-Partie werden die Farben wie folgt gewählt. Der
ältere Spieler nimmt eine Handvoll weißer Steine und sein Gegner rät "gerade oder
ungerade". Wenn er korrekt rät, kann er Schwarz oder Weiß wählen. Im anderen Fall
wählt der ältere Spieler Schwarz oder Weiß.
Vorgabezüge: Wenn die Differenz in der Spielstärke zweier Spieler zwei Züge
oder mehr beträgt, so werden Vorgabezüge verwendet. Die Partie wird Partie mit
Vorgabezug genannt. In einer Ein-Zug-Vorgabe macht Schwarz beispielsweise einen Zug
irgendwo auf dem Brett, Weiß setzt obligatorisch aus und Schwarz setzt dann einen anderen
Zug irgendwo auf dem Brett. Die Größe der Vorgabe ist um eins kleiner als die Anzahl (N)
der anfänglichen Brettzüge von Schwarz. Der Wechsel von den traditionellen
Vorgabesteinen zu den Vorgabezügen stimmt mit den folgenden Prinzipien überein: (1)
Schwarz zuerst, Weiß als Zweiter; (2) ein Zug gleichzeitig; (3) der Zug ist nicht
eingeschränkt, außer daß die Brettposition verändert werden muß. Vorgabesteine
verletzen die Standardregeln für den Zug, weil (1) Weiß zuerst zieht und Schwarz als
Zweiter, (2) mehr als ein Zug gleichzeitig gesetzt wird und (3) Vorgabesteine benötigt
werden, anstatt Züge ohne Einschränkung zuzulassen außer daß die Brettposition
verändert werden muß.
- Zeitbegrenzungen:
Die Zeitbegrenzung einer Partie umfaßt alle Zeiten, die zum
Nachdenken, Spielen, Entfernen von Steinen, usw. verwendet werden. Die Zeitbegrenzung wird
unterteilt in Basiszeit und Zusatzzeit. Auch in größeren Turnieren sollten Partien in
einem Tag beendet sein. Zum Mittagessen oder Abendessen, oder wenn eine Partie mehr als
fünf Stunden dauert, können die Spieler eine kurze Pause verlangen.
Basiszeit: Die Basiszeit (BZ) ist die Zeit, die jedem Spieler am Beginn der
Partie zugewiesen wurde. In einer Partie mit Strafpunkten aus Zeitdifferenzen wird die
übriggebliebene Zeit bei der Bestimmung der Zeitdifferenz nicht berücksichtigt, wenn ein
Spieler nicht seine gesamte Basiszeit verbraucht hat.
Zusatzzeit: Wenn ein Spieler seine Basiszeit aufgebraucht hat, kann er
zusätzliche Zeit in einer von zwei Formen erhalten: Strafpunkte (SP) oder Sekundenzählen
(SZ).
(1) Strafpunkte (SP): Die Strafe bei Überschreitung des Zeitlimits beträgt zwei
Punkte. Die Strafe bei Überschreitung einer Zusatzzeit von 1/6 des Basiszeitlimits
beträgt weitere zwei Punkte, insgesamt also vier Punkte. Die Strafe bei Überschreitung
einer Zusatzzeit von 2/6 des Basiszeitlimits beträgt weitere 2 Punkte, also insgesamt 6
Punkte. Ein Spieler, der mehr Zusatzzeit als die Hälfte des Basiszeitlimits verbraucht,
verliert die Partie. Wenn beide Spieler bestraft werden, so werden entgegengesetzte
Strafpunkte gelöscht, aber der erste Spieler, dessen Zusatzzeit 3/6 des Basiszeitlimits
erreicht, verliert weiterhin.
(2) Sekundenzählen (SZ): Wenn ein Spieler sein Basiszeitlimit verbraucht hat, wird es
ihm erlaubt, eine festgelegte Anzahl von Sekunden ein bestimmtes Mal zu überschreiten,
bevor er verliert.
Das SP- und das SZ-System sind in Ing's elektronische Wei-ch'i-Uhren eingebaut. Das
verwendete System sollte in der Turniervereinbarung spezifiziert sein.
- Zuspätkommen:
Wenn ein Spieler zu spät zu einer Partie kommt, wird ihm die
doppelte Zeit, die er zu spät ist, von seiner Basiszeit abgezogen.
Unbestrafte Fehler: Das folgende wird nicht bestraft.
(1) Fehlerhaftes Passen: Wenn ein Spieler paßt, während auf dem Brett noch ein
Gebietspunkt erobert werden kann und er deswegen versäumt, einen gültigen Zug auf dem
Brett zu machen, so verliert er das Recht zu ziehen, aber wird nicht bestraft. Wenn beide
Spieler den letzten neutralen Punkt übersehen und dieser während der Ausfüllprozedur
entdeckt wird, so wird der Punkt als geteilter Gebietspunkt gelassen, weil die Partie
beendet ist und das Spiel nicht wiederaufgenommen werden kann.
(2) Fehlerhaftes Entfernen: Doppelte "hot stones" und Zwillings-"hot
stones" wurden zuerst durch diese Regeln eingeführt. Sie treten selten in einer
aktuellen Partie auf und sind nicht allen Spielern vertraut, daher kann in wiederholten
oder zyklischen Positionen ein Stein aus Versehen entfernt werden. Wenn dies von einem
oder beiden Spielern bemerkt wird, oder wenn sie vom Schiedsrichter darauf aufmerksam
gemacht werden, werden die Züge zurückgenommen und die Partie wird entsprechend den
Regeln ohne Strafe fortgesetzt.
Verlust: In den unten aufgelisteten Fällen verliert der gegen die Regeln
verstoßende Spieler die Partie, nachdem das Auftreten des Verstoßes vom Schiedsrichter
bestätigt wurde.
(1) Versäumnis zu erscheinen: Ein Spieler versäumt, innerhalb seines Zeitlimits zu
erscheinen.
(2) Abbruch: ein Spieler ist außerstande, die Partie fortzusetzen und bricht sie mitten
drin ab.
(3) Rücknahme eines Zuges: Ein Spieler verändert einen Zug, nachdem er ihn gesetzt
hat.
(4) Zeitüberschreitung: Ein Spieler überschreitet das festgesetzte Zeitlimit.
(5) Mißachtung: Ein Spieler weigert sich, die Entscheidung des Schiedsrichters
anzuerkennen.
Suspendierung: Wenn ein Spieler nicht erscheint oder öfter als eine
festgesetzte Anzahl um Abwesenheit nachfragt, wird er von der weiteren Teilnahme am
Turnier ausgeschlossen und verliert seine restlichen Partien.
Disqualifikation: Ein Spieler, der die Regeln mit Absicht verletzt oder den
Fortgang eines Turniers stört, wird von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen und derart
disqualifiziert, daß er am Turnier für eine bestimmte Zahl von Jahren nicht mehr
teilnehmen kann. Extreme Verletzungen sind bestrafbar, indem dem Spieler sein offizieller
Grad aberkannt wird, so daß er seine Basisqualifikation für Turnierteilnahme verliert.
- Korrektes Verhalten:
Durch korrektes Verhalten zeigen die Spieler gegenseitigen
Respekt, halten die Würde und den Charakter des Wei-ch'i aufrecht und ermöglichen, daß
die Partie glatt verläuft.
(1) Manieren: Vor der Partie sollte der jüngere Spieler das Brett mit einem weichen
Tuch reinigen, um Respekt für die Reinheit des Spielmaterials zu zeigen. Während der
Partie sollten die Spieler ordentlich und sauber gekleidet sein. Bei internationalen
Partien sollten die Spieler westliche Kleidung tragen.
(2) Benehmen: Während der Partie sollten die Spieler eine gute Haltung bewahren und
sich voll auf die Partie konzentrieren. Sie sollten mit den Steinen korrekt und anmutig
umgehen.
Passen: Das Andeuten des Passens ist ein wichtiger Teil des Verhaltens in einer
Partie.
(1) Aufgabe: Wenn ein Spieler dabei ist, zu verlieren, keinen Weg sieht, zu gewinnen und
durch Passen aufgibt, sollte er zwei Steine auf das Brett legen zum Zeichen, daß er
aufgegeben hat. Mit der zunehmenden Anzahl internationaler Partien können Spieler oft
nicht die jeweils andere Sprache sprechen, so daß eine Methode, das Passen anzuzeigen,
immer wichtiger wird.
(2) Andere ausgesetzte Züge: Wenn ein Spieler aus obligatorischen Gründen paßt oder
wenn er paßt, weil er um keinen Punkt kämpfen kann, sollte er einen Stein neben das
Brett legen oder auf eine andere geeignete Weise zeigen, daß er paßt.
Unpassendes Verhalten: Unpassendes Verhalten, das beim anderen Spieler während
der Partie Ärgernis hervorruft, ist unhöflich.
(1) Störungen: Während des Setzens eines Steines sollte der Spieler nicht die Sicht
seines Gegners behindern, indem er den Stein über dem Brett hin und her bewegt. Ein
Spieler sollte seinen Gegner nicht während des Denkens stören, indem er mit den Steinen
in der Dose klappert oder indem er mit ihnen auf den Tisch klopft.
(2) Schlechte Angewohnheiten: Ein Spieler sollte nicht einen Vorrat von Steinen in der
Hand halten oder beim Setzen einen Stein zwischen Daumen und Zeigefinger halten. Beim
Zurückgeben der Steine nach dem Entfernen ist es unfein, sie in die generelle Richtung
der Dose des Gegners zu werfen.
Zählen: Wenn die Zählmethode des Ausfüllens und Meßdosen verwendet werden,
sollten die Spieler die folgenden Gepflogenheiten beachten:
(1) Verifizierung der Steine: Vor dem Beginn einer Partie sollten die Spieler die
Meßrahmen verwenden, um die Anzahl der Steine zu verifizieren und um jegliche Mängel zu
beheben.
(2) Lage der Steine: Während der Partie sollte es keine Steine außer den lebenden und
toten Steinen auf dem Brett, den nicht gesetzten Steine in der Dose und den entfernten
Steine in ihren zugewiesenen Behältern geben.
(3) Abräumen der Steine: Nach dem Zählen gemäß der Ausfüllmethode sollte jeder
Spieler seine eigenen Steine wieder in die Dose zurücklegen und prüfen, daß es 180
sind, um zu bestätigen, daß die Partie korrekt gezählt wurde. Wenn das Ergebnis knapp
war, kann der Verlierer verlangen, daß der Schiedsrichter das Abräumen der Steine
überwacht. Wenn es keinen Schiedsrichter gibt, hat der Verlierer das Recht, sowohl die
schwarzen als auch die weißen Steine abzuräumen, und der Gewinner darf das nicht
ablehnen.
(4) Gebiet ausfüllen: Beim Zählen sollten die Steine einzeln oder höchstens zwei
gleichzeitig eingefügt werden. Falls ein Stein aus Versehen auf das Brett fallengelassen
wurde und andere Steine verrutscht wurden, muß die Originalposition wiederhergestellt und
die Zustimmung des Gegners eingeholt werden, bevor der fallengelassene Stein aufgehoben
wird. Ein Spieler darf die Originalposition nicht willkürlich selbst wiederherstellen.
- Schiedsrichter:
Der Schiedsrichter kann auch als Turnierleiter bezeichnet
werden. In einem großen Turnier mit zwei oder mehr Schiedsrichtern, sollte ein
Schiedsrichter als Hauptschiedsrichter benannt werden. Die Aufgaben eines Schiedsrichters
sind, die Turnierregeln durchzusetzen, Dinge zu regeln, die nicht in ihnen beschrieben
sind, Fragen der Spieler zu beantworten, sie bei ungebührendem Verhalten zu verwarnen,
den versiegelten Zug entgegenzunehmen und allgemein, Ordnung im Turnier zu halten. Er hat
absolute Autorität, über Regelverletzungen zu entscheiden und Verwarnungen über das
Verhalten auszusprechen; die Spieler müssen sich seinen Entscheidungen und Verwarnungen
fügen. Wenn sie das nicht tun, sollte der Schiedsrichter dies den Sponsoren des Turniers
melden und eine strenge Strafe verhängt werden.
Mitschreiber: Die Aufgabe eines Mitschreibers besteht darin, die Züge auf
einem Wei-Ch'i-Diagramm zu notieren, wobei ungerade arabische Zahlen für schwarze Züge
und gerade Zahlen für weiße Züge verwendet werden. Ausgesetzte Züge sollten numeriert
und aufgezeichnet werden. Wenn auf ein Passen kein Zug auf dem Brett folgt, sollte der
ausgesetzte Zug jedoch nicht als Teil der Spielsequenz aufgezeichnet werden. Dieselbe Zahl
darf nicht zweimal in der Partiemitschrift auftauchen. Falls es keinen Mitschreiber gibt,
aber eine Partiemitschrift erforderlich ist, sollte der Gewinner die Partie nach deren
Beendigung aufzeichnen, und der Verlierer sollte die Partiemitschrift unterschreiben.
Zeitnehmer: Die Aufgaben eines Zeitnehmers bestehen darin, die von beiden
Spielern verbrauchte Zeit unter Verwendung einer Turnieruhr aufzuzeichnen, einen Spieler
zu informieren, wenn er dabei ist, seine Basiszeit oder Zusatzzeit zu überschreiten, und
das Sekundenzählen durchzuführen oder zu überwachen, falls das System des
Sekundenzählens verwendet wird. Wenn es keinen Zeitnehmer gibt, muß der Mitschreiber
diese Aufgaben übernehmen. Wenn es auch keinen Mitschreiber gibt, müssen die Spieler die
Zeit selbst durch Bedienung der Turnieruhr verwalten. Selbst wenn ein Zeitnehmer anwesend
ist, haben die Spieler das Recht, die Turnieruhr selbst zu bedienen, wenn sie mit deren
Bedienung vertraut sind, anstatt den Zeitnehmer die Uhr bedienen zu lassen. Die Turnieruhr
wird auf die rechte Seite von Weiß gestellt. Die Spieler müssen die Steine mit derselben
Hand setzen, mit der die Uhr gedrückt wird.
Kurier: Wenn ein Kommentar auf einem großen öffentlichen Brett gegeben wird,
sollte ein Kurier benannt werden, dessen Aufgabe es ist, die vom Mitschreiber
aufgezeichneten Züge in ihrer korrekten Lage auf das öffentliche Brett zu setzen. Wenn
die Partie von Fernsehkameras aufgezeichnet wird, ist jedoch kein Kurier notwendig.
-
- Linien:
Das Brett ist mit neunzehn vertikalen Linien im Abstand von 2,21 cm und
neunzehn horizontalen Linien im Abstand von 2,36 cm markiert. Die vertikalen Linien sind
von links nach rechts mit römischen Ziffern von A bis T gekennzeichnet, wobei das I
ausgelassen ist. Die horizontalen Linien sind mit 1 bis 19 von unten nach oben
numeriert.
Das Brett sollte vertikal 45 cm, horizontal 42 cm und als Dicke mindestens 2,5 cm
aufweisen. Neben dem Standard 19x19-Brett, können kleinere Bretter verwendet werden, um
Wei-ch'i-Anfänger zu unterrichten oder für kurze informelle Partien. Es gibt fünf
Größen: 17x17 = 289, 15x15 = 225, 13x13 = 169, 11x11 = 121 und 9x9 = 81.
Punkte: Die Schnittpunkte der horizontalen und vertikalen Linien werden
'Punkte' genannt. Die Anzahl der Punkte ist das Quadrat der Anzahl der Linien: 19x19 =
361. Die neun Punkte, an denen sich die Linien D, K und Q mit den Linien 4, 10 und 16
schneiden, sind mit kleinen Punkten markiert, um Entfernungen auf dem Brett abschätzen zu
helfen; sie werden Sternpunkte genannt. Der zentrale Sternpunkt wird T'ien-yuan (Mitte
des Himmels, der Übersetzer) genannt.
Steine werden auf die Schnittpunkte der horizontalen und vertikalen Linien gesetzt. Die
Punkte werden dann Spielpunkte genannt. Punkte sind auch die Basiseinheiten für das
Gebietzählen und die Bestimmung der Höhe des Sieges. Die Punkte werden dann
Gebietspunkte genannt.
Die 361 Punkte werden mit Buchstaben und Nummern der entsprechenden Linien bezeichnet:
A, B, C, ..., T von links nach rechts und 1, 2, 3, ..., 19 von unten nach oben. Der
Buchstabe wird zuerst genannt, die Zahl als zweites. Der zentrale Punkt T'ien-yuan ist
K10, die linke obere Ecke A19, die linke untere Ecke A1, die rechte obere Ecke T19 und die
rechte untere Ecke T1.
- Standards:
Die Steine sollten die Form einer Scheibe und zwei Farben haben:
schwarz und weiß. Jeder Stein sollte 2,18 cm Durchmesser und in der Mitte 1,05 cm Dicke
haben. Das Standardmaß der Steine ist eine Masse von 6,5 g.
Anzahl der Steine: Die Anzahl der Steine jeder Farbe sollte der Hälfte der
Punkte auf dem Brett minus eins entsprechen. Für ein Standard-19-Linien-Wei-ch'i-Brett
mit 361 Punkten sollte es 180 schwarze und 180 weiße Steine geben.
- Meßrahmen:
Der Meßrahmen ist eine Vorrichtung, um die Anzahl der Steine zu
prüfen. Es gibt drei Typen: entfernbar, einziehbar und klappbar. Der entfernbare Rahmen
ist kreisförmig und hat 19 Löcher, von denen das mittlere Loch 9 Reservesteine und die
18 übrigen Löcher jeweils 10 Steine fassen. Die einziehbaren und klappbaren Rahmen sind
hexagonal und haben 37 Löcher, von denen das mittlere Loch Reservesteine und die anderen
36 Löcher jeweils 5 Steine fassen. Diese Rahmen passen in die Dosen. Wenn das Zählsystem
des Ausfüllens verwendet wird, sind Dosen mit Meßrahmen unentbehrlich.
Dosen: Die Dosen sind Behälter für Steine und sind von zwei Arten: rund oder
hexagonal. Die schwarzen und weißen Steine werden in getrennten Dosen aufbewahrt. Die
Dosen sollten abnehmbare Deckel haben, die umgedreht werden können, um geschlagene Steine
aufzunehmen. Die Dosen sollten Meßrahmen enthalten, so daß die Anzahl der Steine auf
einen Blick geprüft werden kann, ohne zählen zu müssen. Dosen mit Meßrahmen sind
notwendige Geräte, um den Steinsatz vollständig zu halten und um die wissenschaftliche
Zählmethode des Ausfüllens zu benutzen.
- Pult:
Das Pult ist 70 cm hoch, 66,0 cm lang, 1 m breit (mit einem einzelnen
Brett) oder 2 m breit (mit Doppelbrett) und kann als gewöhnliches rechteckiges Pult
verwendet werden. Wenn eine Feder gedrückt wird, kann die Oberseite gedreht werden, um
die Oberflächen zu vertauschen und ein Brett zum Wei-ch'i-Spielen oder -Studieren zur
Verfügung zu stellen. Fächer neben dem Brett gleiten in Gestelle, um Behälter mit
einziehbaren Meßrahmen und Platz für Ing's elektronische Wei-ch'i Uhren freizugeben.
Pulte dieser Art sind geeignet für Säle, die Platz für 100 und mehr Personen bieten.
Tisch: Der Tisch ist 65 cm hoch, 60 cm lang und 55 cm breit und ähnelt einem
quadratischen Teetisch. Gewöhnlich kann er als elegantes Möbelstück verwendet werden.
Ein Federschloß öffnet die halbrunden Schubladen. Ein anderes Federschloß ermöglicht,
daß die Oberseite gedreht werden kann, wobei ein Brett zum Vorschein kommt, auf dem
Wei-ch'i gespielt oder studiert werden kann. Das Brett rastet automatisch ein. Die
Schubladen haben eingebaute Behälter mit einziehbaren Meßrahmen. Tische dieser Art sind
geeignet für den Gebrauch im Wohnzimmer eines Hauses.
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