Geschichte

Das Spiel entstand vor rund 4000 Jahren im Alten China und hat sich seitdem über Japan und besonders in den letzten 50 Jahren auch in Südkorea schnell verbreitet. In China und Japan war Go lange Zeit dem gebildeten Adel vorenthalten. Als während der Kulturrevolution die Bildungsoberschicht sich auflöste verschwand Go eine Zeit lang in der Versenkung. Erst in den letzten 20 Jahren hat China wieder einen Go-Boom erlebt der bis heute noch anhält. Auch Korea hat in den letzten 20 Jahren eine explosionsartige Entwicklung im Go vollzogen. Heute gehören die Koreanischen und Chinesischen Profis zu den besten der Welt. Die japanischen Profis können nur noch kaum mithalten da sich ihr Stil noch sehr auf alte traditionelle Spielweisen verlässt. Und das Spiel noch das weitverbreitete Image eines Altherren-Spiels besitzt. Seit Anfang der 50er Jahre hat Go sich auch in den westlichen Ländern stärker verbreitet. Heutzutage gibt es Schätzungsweise 100 Millionen Go-Spieler von denen der allergrößte Teil im asiatischen Raum lebt. Heute gibt es in japan China und Korea professionelle Go-Schulen in denen Go-Spieler zu Profis ausgebildet werden. Ab dem Jahr 1998 hat das Go-Spiel im westlichen Raum einen starken Zuwachs verzeichnen können der hauptsächlich auf den Manga-Hype um die in Japan äußerst erfolgreiche Manga-Serie „Hikaru no Go“ zurückzuführen ist da dieser vor allem viele Jugendliche zum Go gebracht hat.

Regeln

Go ist ein Brettspiel für zwei Spieler. Einer spielt mit weißen der andere mit schwarzen linsenförmigen Spielsteinen. Bei größeren Spielstärkeunterschieden können Vorgabesteine gewährt werden, jedoch immer für Schwarz. Diese werden auf die mit Punkten markierten Schnittpunkte gesetzt. Das Spielbrett besteht aus einem Gitternetz mit 19×19 horizontalen und vertikalen Schnittlinien. Zusammen ergeben sich 361 Schnittpunkte.

Setzregel

Die beiden Spieler setzen abwechselnd einen Stein auf die Schnittpunkte des leeren Brettes wobei in der Regel Schwarz beginnt (außer es gibt Vorgabesteine dann beginnt weiß). Es ist außerdem möglich zu passen (also freiwillig auszusetzen) was allerdings erst am Ende des Spiels geschieht. Gesetzt werden darf auf jeden freien Schnittpunkt auf dem Spielbrett. Einmal gesetzt können sie nicht mehr bewegt werden.

Schlagregeln

Steine können zwar nicht bewegt aber dafür geschlagen werden. Wenn ein Stein keine Freiheiten mehr besitzt gilt er als gefangen und muss vom Brett genommen werden. Besetzt also der Gegenspieler alle Freiheiten eines Steins darf er diesen nach dem Besetzen der letzten Freiheit als Gefangenen vom Brett nehmen. In der Grafik unten sind alle als Freiheiten geltende Punkte beziffert. Diagonal angrenzende Schnittpunkte sind keine Freiheiten. Einzelne Steine können zu untrennbaren Gruppen verbunden werden in dem sie vertikal oder horizontal direkt aneinander liegen. Diese Gruppe können durch besetzen der Freiheiten ebenfalls gefangen werden. Jeder Gefangene Stein ist 1 Punkt wert und bleibt bis nach Spielende im Besitz des Spielers der ihn gefangen hat.

Leben und Tod

Bis hierher haben wir gelernt das durch besetzen der Freiheiten Steine oder Gruppen gefangen werden können. Nun gibt es aber die Möglichkeit diese Gruppen quasi unsterblich zu machen. Dies geht nur deshalb weil es verboten ist einen Stein zu setzen der noch im selben Moment geschlagen wird, mangels Freiheiten, es sei denn er nimmt gleichzeitig einem anderen Stein die letzte Freiheit (dann wird der schon liegende Stein geschlagen).
Um Steine also nun unsterblich zu machen benötigt man einfach nur 2 dieser sogenannten Augen.
Hierzu eine Grafik. Je nachdem ob Weiß oder Schwarz auf „A“ bzw. „B“ oder „C“ spielt leben oder sterben(werden gefangen) diese Gruppen.
Spielt weiß auf „A“, „B“ oder „C“ dann besitzt seine Gruppe 2 getrennte Schnittpunkte in die man gleichzeitig setzen müsste um alle Freieheiten der weißen Gruppe zu besetzen. Würde Schwarz auf „A“, „B“ oder „C“ spielen dann könnte er durch auffüllen der der freien Schnittpunkte alle Freiheiten besetzen bis nur noch eine übrig ist und dann die obige Regel zum tragen kommt.

Ko-Regel

Die Ko-Regel existiert um eine Wiederholung der Gesamtstellung auf dem Brett zu verhindern da das Spiel sonst abgebrochen werden müsste. Beim Ko haben beide Spieler dieselbe Möglichkeit einen Stein des Gegners zu schlagen. Bsp: Man nehme an Schwarz schlägt einen Stein und Weiß kann danach den eben von Schwarz gesetzten Stein zurückschlagen. Danach würde Schwarz wiederum selbst den eben von Weiß gesetzten Stein schlagen. Da sich diese Situation unendlich wiederholen könnte, ohne das sich die Gesamtsituation auf dem Spielbrett verändert, wurde festgelegt, dass man nachdem der Gegner einen Stein geschlagen hat erst an anderer Stelle spielen muss, bevor man an derselben Stelle zurückschlagen kann.

Ziel

Das Ziel des Spieles ist es am Ende der Partie mehr Punkte als der Gegenspieler gesammelt zu haben. Dies ist nicht nur durch Fangen von gegnerischen Steinen möglich sondern hauptsächlich durch das Abgrenzen von freien Schnittpunkten mit den eigenen Steinen zu einem Gebiet. Das Spiel endet wenn sich beide Spieler einig sind das keiner noch einen für sich vorteilhaften Zug spielen kann und daher beide Spieler nacheinander Passen.

Mitspieler finden

Besuchen sie uns beim Stuttgarter Spieleabend. Egal, ob Sie Go einfach nur mal ausprobieren wollen, in Stuttgart zu Besuch sind und ein Spiel wagen oder einen Spieleabend für jede Woche suchen: Neue Mitspieler sind immer willkommen.

Der Deutsche Go-Bund e.V. hat eine deutschlandweite Liste aller Spieleabende (auf der Homepage, Rubrik „spieleabende“).

Ausserdem gibt es verschiedene Goserver, wo man im Internet jederzeit weltweit gegen andere Netzverrückte oder auch Computergegner spielen kann. Für Deutschland seien hier diese drei genannt: KGS, DGS, IGS

start/was_ist_go.txt · Zuletzt geändert: 25.07.2012 17:44 von erwin3