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30. April - 02. Mai 2004 - European Youth Goe Championship Cologne
 

Donnerstag, 29.04.2004:
10 Uhr, München, Marienplatz, Fischbrunnen. Das wichtigste für eine längere Reise ist die Verpflegung und deshalb musste vor der Abfahrt nach Köln noch einmal eingekauft werden, und zwar im Mikado, einem japanischem Lebensmittelgeschäft. Die Checkliste umfasste unter anderem ein paar Flaschen Ramune, Salzpflaumebons, Schokopilze und Mikado-Stäbchen mit Biergeschmack. Punkt 11 Uhr war dann Treffpunkt am Hauptbahnhof, wir fuhren mit der Gruppe um Karl Scheitler, die hauptsächlich Erdinger aber auch ein paar Ingolstädter und einen Würzburger umfasste. Nur Konstantin Simkin, der sich eigentlich in München auskennen sollte, kam etwas zu spät. Im Zug ging dann mehr oder weniger alles glatt, wir fanden unsere Plätze, spielten ein paar Runden und ein wenig Magic und dann waren wir auch schon da. In Köln angekommen haben wir relativ schnell bis zur richtigen U-Bahn Station gefunden - nur die 200 Meter bis zur Jugendherberge waren eine Tortour. Zwar fragten wir eine Kölnerin nach dem weg, diese erklärte ihn auch richtig und genau, doch, Gruppenzwang sei dank, beharrten einige Leute darauf den Pfeilen zu folgen, die man allerdings mit ein wenig Phantasie (oder einem Windstoß) in beliebige Richtungen drehen konnte. Irgendwann haben wir dann doch in die Jugendherberge gefunden. Los ging's mit der Anmeldung, bei der bei jedem von uns irgendwelche Fehler unterlaufen waren, weshalb wir wahrscheinlich erst einmal die Hälfte aller Änderungsformulare in Anspruch nahmen. Als nächstes haben wir den Schlüssel für unsere Zimmer bekommen (Belegung: Marion Eckert, Michael Drewing, Konstantin Simkin, Pascal Hitzinger, Kim Long Ta und Michael Kull) und haben es uns dort gemütlich gemacht. Konstantin und ich bemerkten nun, das wir gar keine Handtücher dabei hatten, also sind wir zum Spar-Markt aufgebrochen um dort welche zu kaufen. Leider gab es keine aber eine freundliche Kölnerin half aus: sie schenkte uns kurzerhand 2 Handtücher, der Ersteindruck von Köln und seinen Einwohnern war damit sehr positiv. Zurück in der Jugendherberge stand erst einmal das Abendessen an, von dem man sagen konnte, der Hunger treibts rein. Mehr lief an diesem Tag eigentlich nicht mehr, wir gingen noch ein wenig Köln und seine Lokale besichtigen, danach hieß es erst einmal: Licht aus und gute Nacht.
Freitag, 30.04.04:
Freitag mussten wir relativ früh raus da die ersten Partien anstanden. Nach dem Streit um die Dusche ("Ich geh zuerst" - "Nein, ich") und dem ganz ordentlichem Frühstück ging es auch schon los. Wir spielten alle unsere erste Partie und waren erstaunt, wie wenig uns die Ing-Regeln störten. Was hat man da nicht schon alles für Horrorgeschichten drüber gehört. Aber am Ende blieb es doch unser Go wie wir es kennen, nur die 8 Komi waren ungewöhnlich und so war jeder irgendwie froh wenn er die weißen Steine bekam. Die berühmten Uhren haben zwar etwas genervt, weil sie bei jedem Zug leise piepten und das bei über 100 Teilnehmern leicht reizt, aber so schlimm wie man uns erzählte war es dann doch nicht. Nun denn, jetzt stand das Mittagessen an. Vor den Nudeln die es in der Jugendherberge gab sind wir nur noch geflüchtet und statt dessen zum Italiener gegangen. Nachdem jeder seine Pizza vertilgt hatte ging es zurück und wir spielten die zweite Partie des Tages. Während Konstantin sich danach alles kaufen ging was er zu Hause vergessen hatte, spielten ich und Kim gegen Fan Hui. Wir verloren trotz hoher Vorgabe, und zwar alle acht im Raum anwesenden Nachwuchstalente. Am Abend hielt Abe Yoshitaru, 9pro, einen Vortrag über sein Leben als Profi. Ich persönlich fand es weniger interessant und wäre beinahe eingeschlafen und habe mich dann mangels Interesse aufs Zimmer zurückgezogen, den anderen zufolge wurde es dann aber noch ganz interessant. Danach sind wir dann wieder alle gemeinsam auf der Suche nach etwas Spaß nach Köln reingefahren.
Samstag, 01.05.04:
Nach dem üblichen Gerangel um die Dusche aßen wir Frühstück und dann ging es schon wieder los mit den Partien. In der Mittagspause teilten wir uns, die einen suchten sich eine Dönerbude, die anderen speisten in der Jugendherberge. Marion malte sich derweil ein T-Shirt mit ihrem KGS-Nickname. Nach der Mittagspause war die zweite Partie für heute dran. Nach den Partien wurden dann alle fürs große Gruppenfoto zusammengerufen, leider konnte die Hälfte unseres Zimmer nicht erscheinen da sie währenddessen den Zimmerschlüssel suchen mussten. Als der Schlüssel schließlich wieder auftauchte war zwar das Gruppenfoto schon geschossen, dafür bot sich Yuki Shigeno, 2pro, für ein paar Simultanpartien an. Marion, ich und Uljana Stacenko aus Göppingen hatten die Ehre gegen sie zu spielen. Die beiden Mädels verloren leider, ich konnte Yuki mit 9 Steinen bezwingen. Nun begann das große Dilemma. Marion und Konstantin fühlten sich nicht gut und lagen den ganzen Abend flach. Konstantin musste sogar einen Abstecher ins Krankenhaus machen. Ich schnappte mir dann eine andere Gruppe von KGS mehr oder weniger bekannter Go-Spieler und wir gingen spazieren, Schafe anschauen, Zöpfchen machen lassen und so weiter. Später spielten wir dann noch 2 gemütliche Runden "Mafia", sehr lustiges Spiel bei dem sich Mafiosi und Zivilisten bekriegen. (und manchmal begrunzen) Später haben Pascal und ich sich dann noch ein wenig auf dem Go-Brett bekriegt während Woll vom KGS scharf kommentierte. Und so ging ein Tag mit geteilten Gefühlen zu Ende, für die einen wunderbar spaßig, für die anderen weniger schön.
Sonntag, 02.05.04:
Sonntag war brutal. Nicht nur das wir sehr früh aufstehen mussten um die Bettwäsche abzuziehen und rechtzeitig zur sehr früh angesetzten fünften Runde kommen mussten, nein, das allgemeine Unwohlbefinden weitete sich auch auf mich aus. Die erste Runde spielten wir noch alle mit, in der letzten Runde lagen Konstantin und ich flach, sich zu konzentrieren war nicht mehr möglich. Während Konstantin die Zeit nutzte zu schlafen schrieb ich Marions Partie mit und so langsam ging es mir auch wieder besser. Nach der letzten Partie mussten wir bereits abreisen, die Siegerehrung haben wir nicht mehr mitbekommen. Im Zug zogen wir dann das Fazit: Köln war, trotz einiger herber Tiefschläge und ausgesetzten Partien sowie schrecklichen Ergebnissen unserer gesamten Gruppe, ein tolles Erlebnis.
Zum Schluss möchten wir Karl Scheitler danken, der die Fahrt für uns organisiert hat. Außerdem dem Bayerischen Go-Verein und dem DgoB, für die großzügigen Zuschüssen, ohne die einige von uns gar nicht hinfahren hätten können. Abschließend natürlich dem ganzen Organisationsteam der EYGC, ohne die die ganze Veranstaltung gar nicht erst möglich gewesen wäre. Danke schön! :-)
(Michael Drewing, mit Marion Eckert)
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