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26.- 28. September 2003 Hans Pietsch Memorial in Bremen
 

Es ging dramatisch zu bei der zum ersten Mal ausgetragenen Deutschen Schul-Go-Mannschaftsmeisterschaft. 14 Teams aus jeweils 3 Schülern hatten sich aus ganz Deutschland am Wochenende vom 26.-28. September in Bremen zusammengefunden, unter ihnen vom Erdinger Gymnasium Matthias Qian, Korbinian Riepl und Steffen Drillich, die sich seit Wochen mit ihrem Betreuer Karl Scheitler auf dieses große Ereignis vorbereitet hatten. Mit Erfolg! Nachdem sie sich in den ersten beiden Runden noch recht klar gegen spielschwächere Gegner durchgesetzt hatten (wobei sie sogar alle sehr hohe Vorgaben gewähren mussten), wurde es in der Vorschlussrunde gegen Göppingen ernst. Nach 2 Partien stand es 1 : 1. Steffen hatte sein Spiel relativ leicht gewonnen, aber Matthias musste sich seiner Gegnerin beugen. So kam alles auf Korbinian an. Er behielt in einer sehr kämpferischen Auseinandersetzung die Nerven und sicherte den Erdingern den Einzug ins Finale. Als Gegner wartete das Coppernicus Gymnasium aus Norderstedt (Hamburg). Zunächst sah es gut aus für die Erdinger Strategen, da Steffen auch seine 4. Partie erfolgreich beendete. Korbinian jedoch schien in der vorausgehenden Runde zuviel Kraft gelassen zu haben und verlor eindeutig. So musste an Brett 1, an dem Matthias kämpfte, die Entscheidung fallen. Die von vielen Zuschauern verfolgte Begegnung ging Matthias allzu scharf an und geriet durch ein verlustvolles Abspiel in der Ecke früh in Rückstand . Es sah noch düsterer aus, als er auch in einem Kampf auf der Seite den kürzeren zog. Als er schon fast aussichtslos zurücklag, konnte er aber durch einen gut geführten Konterangriff eine gegnerische Gruppe teilen und einen Teil gefangen nehmen. Der Ausgang der Partie - und damit des ganzen Turniers - hing nun davon ab, ob es ihm gelingen würde, auch den anderen Teil dieser Gruppe zu erobern. Der Kampf wurde nun sehr kompliziert. Die umstehenden Kiebitze wollten keine Wetten abgeben über das mutmaßliche Ende. Die Analysen nach der Partie ergaben, dass Matthias eine gute Chance gehabt hätte, die Partie zu seinen Gunsten zu wenden. Aber das hätte statt des Spielvermögens eines 8 kyu das eines 3 kyu erfordert. Somit verlor Erding diese Schlussrunde mit 1 : 2 und endete im Turnier auf dem 3. Platz. Immerhin können sich die Erdinger rühmen, auch den Turnierzweiten besiegt zu haben.
Das Meisterschaftsturnier wurde als "Hans-Pietsch-Memorial" im Gedenken an den überragenden deutschen Go-Spieler der letzten Jahrzehnte eingeführt. Hans, der einzige deutsche Spieler, der in Japan eine sehr erfolgreiche Karriere als Profi-Spieler begonnen hatte, war im Januar auf einer Promotionstournee in Guatemala einem Raubmord zum Opfer gefallen. Hans Koschnik, der Schirmherr der Veranstaltung, würdigte mit sehr herzlichen Worten die Bedeutung des so jung von uns gegangen Go-Spielers.
Bei den Siegerehrungen erhielt Korbinian Riepl einen Ehrenpreis für besonders faires Verhalten. Er hatte im begleitenden Blitzturnier einen Partiesieg nicht geltend gemacht, obwohl sein Gegner das Match wegen Zeitüberschreitung eigentlich verloren hätte - ein gerade für einen jugendlichen Spieler wirklich bemerkenswertes Verhalten, das zeigt, dass es bei Go nicht nur um Siegeswillen und Kampf geht, sondern die Freundschaft und der sportliche Geist im Mittelpunkt stehen.
(Karl Scheitler)
• Ergebnisliste
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